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Angelkarte in Schweden

Angelkarte oder Angelschein?

Die häufigste Frage vor der ersten Schwedenreise lautet: Brauche ich einen Angelschein? Die Antwort ist erfreulich kurz. Einen Angelschein wie in Deutschland gibt es in Schweden nicht. Es gibt keine Prüfung, keinen Lehrgang und keinen Nachweis, den Du mitbringen musst. Auch Kinder dürfen mitangeln.

Was Du brauchst, ist die Erlaubnis für das konkrete Gewässer: die Angelkarte, auf Schwedisch fiskekort. Sie wird nicht vom Staat ausgegeben, sondern von dem Fischereiverein, dem das Gewässer gehört – dem fiskevårdsområde (kurz FVO). Deshalb unterscheiden sich Preise und Regeln von See zu See.

Wo Du ohne Angelkarte angeln darfst

Zwei Ausnahmen gibt es, und eine davon ist für unsere Gäste sehr praktisch:

An der Küste ist das Angeln mit der Handangel – also Rute, Rolle, Spinnrute, Fliegenrute – frei und kostenlos. Das gilt für die gesamte schwedische Küste und damit auch für den kompletten Schärengarten von Blekinge. Wer dort auf Hecht und Barsch fischt, braucht keine Karte.

An den fünf größten Seen Vänern, Vättern, Mälaren, Hjälmaren und Storsjön ist das Handangeln ebenfalls frei. Die liegen allerdings alle nicht in Småland.

Für alles andere – und das sind sämtliche Seen in unserer Region – brauchst Du eine Angelkarte. Wichtig: Die Freiheit an der Küste bezieht sich auf die Handangel. Netze, Reusen und Langleinen sind davon nicht gedeckt.

Was die Angelkarte kostet

Die folgenden Preise sind der Stand von August 2026 und ändern sich in der Regel zum Jahreswechsel. Verbindlich ist immer der Preis im Verkaufssystem.

GewässerTageskarteWochenkarteJahreskarteKinder frei bis
Åsnen150 SEK500 SEK1.500 SEK15 Jahre
Bolmen180 SEK440 SEK1.000 SEK18 Jahre
Möckeln125 SEK312 SEK625 SEK15 Jahre
Mienüber iFiske, Tages- bis Jahreskarte14 Jahre
Tikenüber iFiske, Tages- bis Jahreskarte14 Jahre
Schärengarten Blekingekeine Karte nötig (Handangel)

Für den Åsnen gibt es zusätzlich Zwei- und Dreitageskarten sowie eine Monatskarte, für den Bolmen eine Familienjahreskarte. Am Möckeln kannst Du als Inhaber einer Jahreskarte eine Gastkarte dazu buchen.

Umgerechnet liegt eine Tageskarte damit bei ungefähr elf bis sechzehn Euro, eine Woche bei rund vierzig Euro. Wer zwei Wochen bleibt und mehrere Seen befischen will, fährt mit Wochenkarten meist besser als mit Tageskarten.

So kaufst Du die Angelkarte

Der bequemste Weg ist das Portal iFiske. Alle unsere Hausgewässer sind dort hinterlegt: Åsnen, Bolmen, Möckeln, Mien und Tiken. Du wählst den See, den Kartentyp und den Zeitraum, bezahlst mit Kreditkarte und bekommst die Angelkarte sofort per E-Mail.

Am schnellsten geht es mit der iFiske-App. Sie ist kostenlos für iPhone und Android und zeigt Dir die Gewässer in Deiner Umgebung. Du kaufst die Karte damit direkt am Steg in zwei Minuten – auch früh am Morgen, wenn kein Laden offen hat, und auch dann, wenn Du spontan den See wechselst. Die gekaufte Karte bleibt in der App gespeichert, zusammen mit den Regeln des jeweiligen Vereins. Bei einer Kontrolle auf dem Wasser zeigst Du einfach das Handy vor; einen Ausdruck brauchst Du nicht.

Alternativ verkaufen viele Tankstellen, Campingplätze und Touristbüros in der Region Karten. Wer schon vor der Abreise plant, kauft online.

Ein praktischer Hinweis: Die Karte gilt ab dem gewählten Startdatum, nicht ab Kauf. Du kannst sie also in Ruhe zu Hause kaufen und den ersten Angeltag eintragen. Wenn Du bei uns ein Haus gebucht hast und unsicher bist, welcher See zu Deinem Haus gehört, sag uns Bescheid – wir sagen Dir, welche Karte Du brauchst.

Was auf der Karte steht

Zu jeder Angelkarte gehören die Regeln des jeweiligen Vereins. Sie sind kurz, aber sie sind verbindlich, und sie unterscheiden sich deutlicher, als man erwartet. Typische Punkte:

Entnahmegrenzen. Im Åsnen darfst Du pro Angelkarte und Tag höchstens zwei Hechte und/oder Zander entnehmen. Andere Seen haben andere Zahlen.

Fangmeldung. Für den Bolmen ist die Fangmeldung verpflichtend. Das ist keine Schikane, sondern die Datengrundlage für die Bestandspflege.

Erlaubte Methoden. Trolling ist nicht überall und nicht mit beliebig vielen Ruten erlaubt. Im Fließwasser der Bräkneån am Tiken sind Naturköder verboten.

Zeitliche Sperren. Am Möckeln ruht die Langleinenfischerei im Mai; einzelne Bereiche sind während der Laichzeit gesperrt.

Die vollständigen Regeln stehen bei jedem Gewässer im Verkaufssystem unter „Visa regler“. Wenn Du sie nicht verstehst – sie sind auf Schwedisch – frag uns. Wir übersetzen das gern.

Und die Regeln der Behörde?

Neben den Vereinsregeln gelten staatliche Vorschriften, vor allem an der Küste. Für den Schärengarten von Blekinge sind das ein Fangfenster beim Hecht, Mindest- und Höchstmaße beim Zander, geschonte Laichgebiete in einzelnen Buchten und ein vollständiges Entnahmeverbot für Dorsch. Diese Regeln stehen ausführlich unter Fischarten in Småland.

Kurz zusammengefasst

Kein Angelschein nötig. An der Küste frei, im Binnensee Angelkarte. Online bei iFiske in zwei Minuten gekauft, Kinder meist frei. Regeln zur Karte lesen, Entnahmegrenzen einhalten – dann ist alles geklärt und Du kannst Dich um das Wesentliche kümmern.

Passendes Boot dazu gibt es unter Boote und Motoren, ein Haus am richtigen See unter alle Ferienhäuser. Zurück zur Übersicht: Angeln in Schweden.